Die Festung steht wieder
Nach dem bärenstarken Auftritt bei Holsatia in der Vorwoche, ging es für die Mannen von der Feuerwache nun darum, diese Leistung zu bestätigen. Der Gegner galt als schwer einzuschätzen, von Vorteil sicherlich, dass die Liga von Dänischenhagen parallel antreten musste. Marius und Sahin kehrten ins Team, Ralph und Konstantin „Coco“ Stamm auf die Bank zurück. Damian fehlte urlaubsbedingt und Maik Haberlag musste noch in der ersten Hälfte ausgewechselt werden, da eine alte Verletzung in der Aufwärmphase wieder aufbrach.
Von Beginn an übernahm UT die Initiative und kontrollierte das Spiel, ohne jedoch wirklich zwingend zu sein. Ein auf Minimal-Maße gesteckter Platz in schlechtem Zustand machte das Fussballspielen beiden Mannschaften nicht wirklich leicht, und so war es für UT schwer, an die spielerische Galavorstellung der Vorwoche heranzukommen. Dennoch gelang Mitte der ersten Halbzeit nach einer Ecke das 1:0. Marius legte einen schlecht abgewehrten Ball per Kopf auf Sahin „Leo“ Cakmak auf, der aus 12 Meter trocken vollstreckte. Der Gast war bis dahin gelegentlich sehr gefährlich durch einen unglaublich schnellen Mittelfeldspieler und einen trickreichen, technisch versierten Stürmer. Mit den beiden hatte die Abwehr trotz guten Übergebens und Absprache so ihre Probleme.
UT hingegen ließ den Ball teilweise gefällig über die Flügel laufen und kam noch zu der einen oder anderen Möglichkeit. Zählbares kam jedoch dabei nicht mehr heraus. Es fehlte die Präzision beim finalen Pass. Dann der Schock in der 44. min.: durch eine Unachtsamkeit im Mittelfeld konnte ein aufgerückter Abwehrspieler bis vor den 16er der UTer marschieren, UT bekam keinen Zugriff. Dadurch kam ein gegnerischer Stürmer frei zu einem allerdings harmlosen Schuss, der weit ins Aus gegangen wäre, hätte, ja hätte der gute Habeck nicht noch irgendein Körperteil in den Schuss gesteckt und den Ball unglücklich zu einem völlig frei stehenden Stürmer abgefälscht. Der hatte dann aus 10 m keine große Mühe mehr, zum schmeichelhaften Ausgleich einzuschiessen. Der grausige Mongo: machtlos. Johan Habeck kann hier überhaupt kein Vorwurf gemacht werden. Halbzeit. 1:1. Enttäuschung!
Die Gelben erwischten wie schon in der ersten Hälfte den deutlich besseren Start, nahmen das Heft wieder fest in die Hand. Anders als in Abschnitt eins wurde jetzt deutlich mehr mit langen, teils DIAGOnalen Bällen auf den schnellen Coco agiert, der ja wie schon erwähnt in der 25. min für den verletzten Haberlag auf die Mittelstürmerposition rückte. Die zu keinem Zeitpunkt souverän wirkende Abwehr der Gäste, zeigte sich nun ob ihrer Geschwindigkeitsnachteile deutlich überfordert. Das Führungstor lag nun in der Luft. Und so kam es dann auch: nach wunderbarem Pass von Sahin in die Schnittstelle der Abwehr konnte Sepp nach artistischer Ballannahme im 16er „souverän“ in die Mitte des Tores verwandeln.
Die Gäste liessen jetzt deutlich nach und waren eigentlich nur durch leicht (-sinnige) Fehler der Gelben gelegentlich gefährlich. Oder durch Standardsituationen. Dänischenhagen wechselte jetzt mehrfach ein, konnte aber nur noch ganz wenig Qualität von der Bank auf den Rasen bringen. Anders UT: Der eingewechselte Ralph Kasten fand nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser ins Spiel und gab insgesamt ein sehr zufriedenstellendes „Comeback“.
Zurück zum Spiel: UT drängte jetzt auf den dritten, vermutlich entscheidenden Treffer. Ein Distanzschuss von Mehrli, ein Schienbeinschuss von Bludau – zu hoch. Das Tor wollte nicht fallen. Dann ein blitzsauberer Konter in der 65. min: Abgewehrte Ecke, Coco auf den sprintstarken Tom Scherzer, der mit einem Solo über den ganzen Platz, dann steht er frei vor dem Torwart und… macht seinem Namen alle Ehre, denn er bleibt im Boden hängen und landet auf selbigem. Ohne Torabschluss. Zum Glück hat Tom sich in dieser Szene nicht verletzt. 70. Min: ähnliche Situation: diesmal Coco alleine auf den Torwart zu, fängt an zu überlegen, schliesst dann zwar (spät) ab, aber der Gästekeeper kann parieren. Wer UT kennt, der weiss dass sich so was normalerweise rächt. Und tatsächlich: ein Lattenschuss der Gäste in der 87. Min hätte beinahe diese alte Regel wieder bestätigt. In der 90. Min. dann ein (leicht) zweifelhafter Elfer für die Gelben nach Foul an Ole. Johan verwandelt sicher zum 3:1 Endstand. Ein hartes Stück Arbeit.
Besonders zu erwähnen noch die starke Leistung von Sahin. Überragend am heutigen Tag war die „Doppelsechs“ mit Marius Bludau und Dominik „Dodo“ Dose.
Fazit: UT war die klar bessere Mannschaft, hätte auch höher gewinnen müssen. Am Sonntag beim Topspiel in Schönkirchen muss allerdings wieder eine deutliche Steigerung her, wenn man dort punkten möchte.
Ein paar Worte noch zum Schiedsrichter (einigen bekannt aus der Vorsaison beim Auswärtsspiel in der Wik): der Mann in schwarz (heute rot), der schon vor dem Spiel für Aufregung sorgte in dem er in eine Art akribische Zolluntersuchung bei der Ausrüstungskontrolle verfiel, pfiff eigentlich sehr gut. Leider machte er sich das Leben durch seine profilneurotische Spielführung immer wieder unnötig schwer. Das sorgte während des gesamten Spiels auf beiden Seiten für konstantes Achselzucken und Kopfschütteln. Schade. Aber schön, dass es Schiedsrichter gibt. Ganz ehrlich.